Abenteuer auf dem Wasser – Ein unvergesslicher Tag

Hallo ihr Lieben,

Heute teilen wir den Bericht ausnahmsweise in zwei Beiträge auf, damit die vielen Erlebnisse und Highlights besser zur Geltung kommen.

Today, we are exceptionally splitting the report into two posts so that all the experiences and highlights can be appreciated more fully.

Wir sind tatsächlich um 6:45 Uhr vom Wecker geweckt worden – sehr ungewohnt für uns 😅. Da es noch so früh war, haben wir das Frühstück kurzerhand zu Tim Hortons verlegt. Gut gestärkt ging es dann zu Campbell River Whale Watch and Adventure Tours. Dort hatte Marcel eine kombinierte Kajak- und Whale-Watch-Tour gebucht.

Zu unserer positiven Überraschung war außer uns nur ein weiteres Pärchen dabei – Sue und Jeff aus Australien. Damit wurde die ganze Sache fast zu einem privaten Ausflug. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung legte unser Schiff ab und Steve, unser Kapitän, brachte uns in die ruhige Thurston Bay, wo die Kajaks zu Wasser gelassen wurden. Laura, unsere selbststudierte Biologin, begleitete uns und versorgte uns zunächst mit einem Haferflocken-Honig-Ahornsirup-Snack und einer Flasche Wasser.

In der Bucht gab es zunächst eine kleine Sicherheitsunterweisung, danach paddelten wir los. Laura erzählte uns viel über das Küstenökosystem: über Kelp, Quallen, Krabben und Seesterne. Einen Seestern nahm sie sogar kurz aus dem Wasser, sodass wir ihn alle anfassen durften – sie betonte dabei, dass sie das nur macht, wenn sich das Tier nicht festkrallt und die Wahrscheinlichkeit, dass genau dieser Seestern jemals wieder in Menschenhand landet, extrem gering ist. Das fühlte sich wie ein echtes Privileg an.

Als kleines Highlight wartete nach einer Biegung eine Gruppe Seehunde auf uns. Offensichtlich fühlten sie sich durch uns bei ihrem Nickerchen gestört und glitten einer nach dem anderen ins Wasser – allerdings mit einer neugierigen Gelassenheit, die uns zum Schmunzeln brachte. Dazu gesellte sich ein Gürtelfischer, der uns mehr als eine halbe Stunde lang begleitete. Nach etwa 2,5 Stunden kehrten wir zurück zum Schiff – das Ein- und Aussteigen war ein Abenteuer für sich, besonders für Marcel mit seinen langen Beinen, aber am Ende haben wir es alle erfolgreich gemeistert.

Dieser Ausflug allein war schon traumhaft: die stille, unberührte Bucht, die bewaldeten Hänge, der mögliche Bärenstrand. Doch das Beste kam noch! An Bord wartete ein köstliches Mittagessen: Wraps, Cookies, getrocknete Mango (einfach fantastisch!) und heißer Kaffee.

Nachdem die Kajaks wieder sicher verstaut waren, fragte Steve mit einem breiten Grinsen: „Seid ihr bereit, Wale zu sehen?“ Ich hatte ihm zuvor von unserer Tour in Victoria erzählt, woraufhin er meinte: „Na, dann wollen wir das hier mal toppen!“

Keine fünf Minuten später tauchten tatsächlich Orcas auf – die Northern Residents, genauer gesagt die Matriline A25. Mit dabei war das Weibchen Cordeo und ihr Onkel Surge, ein beeindruckender Bulle. Wir hielten respektvoll Abstand, doch konnten beobachten, wie sie in den starken Strömungen mit Leichtigkeit jagten. Surge trennte sich dann von der Gruppe, kreuzte unser Boot und tauchte nur 20 Meter neben uns wieder auf. Dieses tiefe, kraftvolle Aus- und Einatmen direkt neben uns werde ich niemals vergessen 🥹.

Doch der Tag hielt noch mehr bereit: Vier Buckelwale tauchten auf, begleitet von Kurzschnauzendelfinen und gewöhnlichen Schweinswalen. Ein Spektakel sondergleichen – man wusste gar nicht, wohin man zuerst schauen sollte. Nachdem auch die Buckelwale für einen längeren Tauchgang abgetaucht waren, ging es weiter in den Frederick Arm. Dort warteten rund 20 Weißseitendelfine, die in atemberaubender Geschwindigkeit um unser Boot schossen – so schnell und wendig, dass wir kaum folgen konnten.

Und Steve hatte noch ein Versprechen einzulösen: Ich hatte mir Weißkopfseeadler gewünscht. In der Big Bay, zwischen drei kleinen Inseln, fanden wir sie – über 20 Stück saßen majestätisch in den Bäumen, während im Wasser Stellar-Seelöwen und Seehunde auf Beute lauerten. Ein Anblick, der mich sprachlos machte.

Zum Abschluss fragte Steve, ob wir seefest seien. Er erklärte, dass er die großen Wellen vorsichtig nehmen würde, man aber trotzdem ordentlich durchgeschüttelt werde. Wir stimmten zu – und bekamen eine halbe Stunde lang die volle Wellen-Action. Da wir oben auf dem Dach saßen, wurden wir auch ordentlich nass, während die anderen sich unten verkrochen. Marcel fragte zwischendurch tatsächlich, ob so ein Boot in den Wellen durchbrechen könne. Steve lachte nur und meinte: „Keine Sorge, bei diesen Wellen passiert nichts.“ Trotzdem waren wir heilfroh, als wir wieder in den ruhigen Hafen einliefen.

Am Abend rundeten wir den Tag mit einem Besuch im schwimmenden Restaurant unseres RV-Platzes ab – frisches Seafood vom Feinsten. Danach fielen wir völlig erschöpft, aber glücklich, in unsere Betten.

Viele Grüße

KaroCel

Spread the love

Eine Antwort auf „Abenteuer auf dem Wasser – Ein unvergesslicher Tag“

  1. Pingback: Karo's Quasselecke

Die Kommentare sind geschlossen.